Foto: Carmen Müller

Das diesjährige Motto des CSD Nürnberg lautet: „Nürnberg liebt“.

Mit über 80 Events in 2,5 Wochen Pride Weeks ist es der zweitgrößte CSD Bayerns.

Ein CSD (Christopher Street Day) ist ein Gedenk‑, Demonstrations‑ und Pride‑Tag der LGBTQIACommunity. Er erinnert an den Stonewall‑Aufstand von 1969 in der Christopher Street in New York, bei dem sich queere Menschen – besonders trans* Menschen, Dragqueens und People of Color – erstmals massenhaft gegen Polizeigewalt und Diskriminierung wehrten.

Die Organisation des CSDs Nürnberg beruht auf ehrenamtlichem Engagement. Queere Communitys tragen seit Jahrzehnten Verantwortung, die eigentlich staatliche wäre: Aufklärung, Schutzräume, Krisenbegleitung, Empowerment. Sie tun das aus Solidarität – aber Solidarität darf nicht als Ersatz für staatliche Verpflichtung missverstanden werden.

Gerade in Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, bedeutet das: Queere Rechte sind Menschenrechte. Und Menschenrechte brauchen politische Verteidigung, nicht nur symbolische Anerkennung. Der verlängerte Aktionsplan Queeres Nürnberg und der neue bayerische Aktionsplan Queer sind wichtige Schritte, aber beide wurden mit unzureichenden finanziellen Mitteln ausgestattet.

Gute Absichten ohne Budget bleiben Absichtserklärungen. Und Absichtserklärungen schützen niemanden vor Diskriminierung, Gewalt oder struktureller Benachteiligung.

Deshalb bleibt es notwendig, dass eine Grüne Partei sich für stabile Strukturen, echte Finanzierung und konsequente Antidiskriminierung einsetzt.

Denn Menschenrechte sind kein Titel, sondern eine tägliche Verpflichtung – und Nürnberg kann seinem Anspruch nur gerecht werden, wenn queere Menschen sicher, sichtbar und selbstverständlich leben können.

Vorreiter*innen wie Tessa Ganserer und Uschi Unsinn haben in Nürnberg gezeigt, was möglich wird, wenn Mut auf Haltung trifft: Sie haben Türen geöffnet, die vorher verschlossen waren, Debatten angestoßen, die niemand führen wollte, und Räume geschaffen, in denen queere Menschen endlich sichtbar, sicher und selbstverständlich sein können.

Wie Uschi schon immer sagte: Sichtbarkeit schafft Sicherheit

Kommt deshalb mit uns auf die Straße.

Für eine Stadt, die wirklich liebt – und zwar alle.

Daniela Schlegl (Tussi Total und Mitglied des AK Vielfalt)