Autos stehen im Schnitt mehr als 23 Stunden am Tag still. An einem durchschnittlichen Tag wird
die Hälfte aller Autos gar nicht erst bewegt. Und trotzdem nehmen sie in unseren Städten einen
riesigen Teil des öffentlichen Raums ein, der uns allen gehören sollte. Platz ist besonders in
Großstädten ein wertvolles Gut und wird immer knapper, während Autos immer größer werden.
Genau darauf will der Parking Day aufmerksam machen. Am 18. September ist es wieder so weit,
und wir als Kreisverband Nürnberg sind mit dabei.
Ihr seid alle herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und mitzumachen, denn es gibt gute Alternativen.
Carsharing, ÖPNV oder das Fahrrad sind nur einige Beispiele. Beim Fahrrad tut man gleichzeitig
sogar etwas Gutes für die eigene Gesundheit. Und für die, die es lieber etwas komfortabler mögen,
gibt es natürlich auch E-Bikes. Es ist klar, dass wir Investitionen in den ÖPNV und in Fahrradwege
brauchen, um diese Alternativen noch attraktiver zu machen. Denn ein wirklich gutes Angebot nutzt
man lieber. Das gilt für U-Bahn, Busse und Straßenbahn genauso wie für sichere Radwege.
Dazu kommt ein auf den ersten Blick paradox wirkender Zusammenhang: Stehende Autos schaffen
Verkehr. Sogenannter Parksuchverkehr, also Verkehr, der durch das Suchen von Parkplätzen
entsteht, kann in Städten zeitweise bis zu ein Drittel des Gesamtverkehrsaufkommens ausmachen.
Es könnte also so manche*r Autofahrer*in auch davon profitieren, Parkplätze intelligenter zu
nutzen. Eine scheinbar naheliegende Lösung wäre hier natürlich die Erweiterung des
Parkplatzangebots. Abgesehen davon, dass dies aus Platzgründen oft kaum bis gar nicht möglich ist,
ist die tatsächlich wirksame Herangehensweise eine andere. Bewohner*innenparken,
Parkdauerbeschränkungen und Parkgebühren haben sich als effektives Mittel zur Verringerung von
Parksuchverkehr bewiesen. Gleichzeitig schaffen sie Anreize, auch mal mit dem Rad, dem Bus oder
zu Fuß zu kommen.
Zu guter Letzt treiben Parkplätze auch noch Bau- und Immobilienpreise nach oben. Die Stadt
Nürnberg legt in ihrer Stellplatzsatzung fest, wie viele Stellplätze für welche Nutzungsformen
mindestens erforderlich sind, und schafft so direkt Anreize, Platz für Stellplätze zu nutzen. Das geht
aber auch anders: Die Stadt Hannover hat die Richtzahlen für Wohnungen und Wohnhäuser
beispielsweise auf null reduziert. In Nürnberg steht man weiterhin vor der Wahl, Parkplätze zur
Verfügung zu stellen oder einen fünfstelligen Ablösungsbetrag zu zahlen. Das mag vielleicht gut für
den Haushalt sein, aber es ist kein guter Anreiz für Bauträger*innen. Dabei werden diese Kosten oft
auf alle Nutzer*innen eines Gebäudes umgelegt und nicht nur auf die, die den Stellplatz tatsächlich
nutzen.
Wir haben also noch viel zu tun auf dem Weg zu einer modernen Parkraumbewirtschaftung. Der
Parking Day ist eine Chance, darauf aufmerksam zu machen, und gleichzeitig zu zeigen, wie viel
schöner unsere Städte sein können, wenn wir den Platz besser nutzen. Kommt am 18. September
auf einem unserer umgewidmeten Parkplätze vorbei, der genaue Ort wird noch bestätigt. Wir freuen
uns auf euch!
Claudia und Marco