Nürnberg, 07. November 2025
Die Nürnberger Grünen fordern ein Ende des Einsatzes von Polizeipferden bei Demonstrationen. Nach den Vorfällen Ende September, bei denen mehrere friedliche Teilnehmende verletzt wurden, unterstützen sie die Petition „Stoppt den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen“ mit Nachdruck.
Die Petition richtet sich an Oberbürgermeister Marcus König, Innenminister Joachim Herrmann und die Polizeiführung. Sie stößt auf große Resonanz und zeigt, dass viele Menschen ein Ende solcher Einsätze fordern – aus Gründen des Tierschutzes, der Sicherheit und der Versammlungsfreiheit.
Mehrere Beobachtungen und Videoaufnahmen der Demonstration am 27. September 2025 zeigen ein offensichtlich verletztes Pferd, das dennoch weiter im Einsatz blieb. Für die Grünen ist das ein besorgniserregendes Beispiel dafür, wie sehr bei solchen Einsätzen sowohl Menschen als auch Tiere gefährdet werden.
„Wenn Pferde in Panik geraten, wird aus einem Polizeieinsatz schnell eine Gefahrensituation für alle Beteiligten“, erklärt Laura Patzelt, Politische Geschäftsführerin der Grünen Jugend Nürnberg. „Solche Einsätze gehören der Vergangenheit an. Statt auf Einschüchterung zu setzen, braucht es Vertrauen in die Menschen, die ihr Grundrecht auf Versammlung wahrnehmen. Eine moderne Demokratie schützt, statt Angst zu machen.“
Auch Achim Mletzko, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Nürnberger Stadtrat, betont: „Der Einsatz von Pferden bei Demonstrationen ist ein überholtes Konzept. In einer modernen Polizeiarbeit müssen Deeskalation und Sicherheit für alle Beteiligten im Vordergrund stehen – nicht das Risiko zusätzlicher Verletzungen.“
Der Kreisverband der Nürnberger Grünen unterstützt die Forderung ebenfalls. Marie Hartz, Vorsitzende des Kreisverbands, erklärt: „Pferde sind Lebewesen und keine Werkzeuge für Polizeieinsätze. Nürnberg sollte hier Verantwortung übernehmen und den Mut zeigen, diese Praxis endlich zu beenden.“
Die Grünen sehen den Einsatz von Pferden in Menschenmengen als Anachronismus. Moderne Polizeiarbeit soll auf Dialog, Deeskalation und Vertrauen setzen – nicht auf Einschüchterung. „Wir stehen an der Seite derer, die friedlich demonstrieren – und an der Seite der Tiere, die in solche Einsätze gezwungen werden“, so Patzelt weiter. „Nürnberg kann zeigen, dass Sicherheit auch anders geht: menschlicher, moderner und tierfreundlicher.“