Trotz Wind und winterlichem Wetter war das Interesse groß: über 20 Bürger*innen kamen zur Ortsbegehung der geplanten Bebauung am Ortsrand von Worzeldorf. Der Termin war spürbar emotional – und zugleich geprägt von einem respektvollen, konstruktiven Austausch. Das zeigt: Der direkte Dialog ist und bleibt das A und O guter Kommunalpolitik.

Fachkompetenz vor Ort – komplexe Fragen gemeinsam betrachten

Gerade weil ein Bauvorhaben dieser Größenordnung viele Fragen aufwirft, waren die Grünen mit fachlicher Breite vor Ort vertreten. Mit dabei waren Umweltreferentin und Oberbürgermeisterkandidatin Britta Walthelm, der Verkehrsexperte und Mitglied im Stadtplanungsausschuss Alexander Kahl sowie Réka Lörincz, Stadträtin vor Ort und mit Schwerpunkt Sozialpolitik. So konnten Umwelt-, Verkehrs- und soziale Aspekte gemeinsam betrachtet, eingeordnet und miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Was die Bürger*innen bewegt

Im Mittelpunkt der Gespräche standen sehr konkrete Punkte, die den Anwohner*innen besonders wichtig sind. Ein zentrales Thema war die Höhe der geplanten Gebäude: Ob vier oder fünf Geschosse gebaut werden, macht für das Ortsbild und das Wohnumfeld einen erheblichen Unterschied. Ebenso intensiv diskutiert wurde die Verkehrs- und Parksituation. Klar ist: Nur wenn hier tragfähige und nachhaltige Lösungen gefunden werden, kann ein friedliches Miteinander im Stadtteil langfristig gelingen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die soziale Infrastruktur. Besonders der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen wurde deutlich angesprochen, ebenso die ärztliche Versorgung – einschließlich Kinderärzt*innen, die für alle erreichbar sind.

Umwelt und Klima mitdenken

Auch Umweltfragen spielten eine große Rolle. Die Kaltluftschneise kann durch die Bebauung nicht vollständig erhalten bleiben. In den bisherigen Planungen konnten wir jedoch Anpassungen erreichen, sodass Frischluft weiterhin zwischen den Gebäuden hindurchströmen kann. Offen und für viele sehr wichtig bleibt die Frage, ob der Grünstreifen hinter der aktuell letzten Häuserreihe erhalten bleibt – ein entscheidender Faktor für Klima, Erholung und Lebensqualität.

Gestaltungsspielräume nutzen – Beteiligung ernst nehmen

Deutlich wurde bei der Begehung: Trotz der mehrfachen Ablehnung des Vorhabens durch die Grüne Stadtratsfraktion wird die Bebauung wohl kommen. Über den zeitlichen Rahmen lässt sich derzeit noch keine verlässliche Aussage treffen. Umso wichtiger ist jetzt der Blick auf das Wie. Genau hier gibt es noch Gestaltungsspielräume, um gute und verträgliche Lösungen für alle zu erreichen.

Die vielen Hinweise, Sorgen und Ideen der Bürgerinnen wurden aufmerksam aufgenommen und werden in die weiteren Gespräche und Verhandlungen im Stadtrat einfließen. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens bestehen gesetzlich geregelte Beteiligungsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist es uns Grünen ein zentrales Anliegen, auch jenseits formaler Verfahren für Transparenz zu sorgen und den Dialog mit den Bürgerinnen aktiv fortzuführen.

Unser Ziel ist es, Beteiligung sicherzustellen und gemeinsam die bestmögliche und verträglichste Lösung für Mensch und Natur zu finden. Die Ortsbegehung hat gezeigt: Die Anwohner*innen sind besorgt, aber konstruktiv – und genau diesen Austausch werden wir weiter pflegen.

Ein Beitrag von: Réka Lörincz und Alexander Kahl, Stadträt*innen
OV Süd – Bündnis 90/Die Grünen Nürnberg